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Komme ich um, so komme ich um

„Dann gehe ich zum König, auch wenn es gegen das Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um.“ (Ester 4,16) – Mit diesen Worten riskiert Ester ihr Leben, um ihr Volk zu retten. Vom verschleppten jüdischen Waisenmädchen wird sie zur Königin im persischen Reich. Zunächst versteckt sie ihre Identität – doch im
entscheidenden Moment steht sie zu sich und ihrem Glauben.

Auch heute fragen wir uns oft: Soll ich zeigen, wer ich bin? Was denken andere, wenn ich von meinem Glauben erzähle? Wird mir vielleicht auch Ablehnung widerfahren? Ester aber zeigt Mut. Als Haman ihr Volk töten will, offenbart Ester demKönig ihre Herkunft und bittet um einen neuen Erlass. Damit rettet sie schließlich ihr Volk. Menschen wie Haman gibt es auch in unserem Leben. Menschen, die gegenüber anderen, ohne jeglichen Grund, eine Abneigung haben. Das ist ein Handeln, das in unserer Gesellschaft so wenig Platz wie möglich haben sollte. Aus Hass kann kein Frieden entstehen und aus Ablehnung keine Liebe. Haman nutzt seinen hohen Stand in der Gesellschaft aus. Toleranz und Glaube zeigt Haman kaum, aber Ester umso mehr. Sie riskiert viel und rettet ihr Leben und das ihres ganzen Volkes.

Gott wird im Buch Ester nie direkt erwähnt – und doch ist er deutlich spürbar: in scheinbaren Zufällen, Wendungen, Hoffnung in dunklen Zeiten. Er wirkt auch im Verborgenen, mitten im Chaos. Ester zeigt hier: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Vertrauen, dass etwas Größeres wirkt. „Komme
ich um, so komme ich um“ (Ester 4,16) Das ist kein Aufgeben, sondern Hingabe.

Auch wir stehen vor Entscheidungen, die Mut erfordern. Der Schritt aus der Komfortzone, ein neuer Weg im Leben, Zivilcourage, Liebe – all das birgt Risiken. Aber ohne Risiko kein Wachstum, kein Glaube, kein echtes Leben. Das Gefühl, auf sein Gewissen gehört zu haben und das Richtige getan zu haben. Das Gefühl,nach einer Überwindung zu denken: „Zum Glück habe ich es riskiert, zum Glück habe ich mich getraut, diesen Schritt zu gehen.“ – Genau dieses Gefühl muss auch Ester gehabt haben.
„Komme ich um, so komme ich um.“ Wie Ester sollen wir unsere Komfortzone verlassen, auf Gott vertrauen und uns etwas zutrauen. Mut haben, zu zeigen, wer wir sind und was wir können – sollte das nicht unser Ziel sein?! Das bin ich, daran glaube ich, ich schrecke nicht zurück und vertraue auf Gott
und seine helfende, zuverlässige Hand, auch wenn ich sie im ersten Moment nicht bemerke. Gott ist da und wird mich schützen.

Sophia Vogt

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