Licht der Welt
Die Andacht startet im Dunkeln. Während der Andacht wird eine Kerze angezündet. Aufgrund des
geringen Lichts ist es ratsam den Ablauf der Andacht vorher zu üben.
Ich habe Angst im Dunkeln. Zumindest manchmal. Besonders, wenn ich vorher eine Horrorgeschichte gehört oder einen gruseligen Film gesehen habe. Und auch wenn ich spät am Abend spazieren gehe, habe ich auf einmal Angst. Aber warum ist Dunkelheit manchmal für uns so beängstigend? Ich glaube, uns macht Dunkelheit Angst, weil wir uns auf etwas Gewohntes nicht mehr verlassen können, nämlich unsere Augen. Das, was wir eigentlich kennen, wirkt nun auf einmal so ungewohnt, so anders. Wir sehen eben nicht mehr das, was vor Augen ist. Wir tappen im Dunkeln. Und das kann ganz schön unheimlich sein. Aber schon eine brennende Kerze, kann Licht ins Dunkeln bringen.
Eine Kerze in der Mitte des Raumes wird angezündet.
Schon ein wenig Licht kann uns dabei helfen, uns besser zu orientieren. Dieses Bild greift Jesus in seiner Bergpredigt auf: „Ihr seid das Licht der Welt: Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben! Es zündet ja auch niemand eine Öllampe an und stellt sie dann unter einen Tontopf. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten. Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,14-16)
Wir sind das Licht der Welt. Unser Licht soll vor den Menschen leuchten und in die Welt strahlen – genauso wie dieses Kerzenlicht. Es zündet niemand eine Kerze an und stellt sie dann unter eine Tasse. (Tasse über Kerze stülpen) Denn dann strahlt das Licht nicht mehr, sondern es erlischt. Im Gegenteil: man stellt die Kerze auf einen Kerzenständer, damit es jedem in diesem Raum Licht gibt. (Tasse entfernen und Kerze auf Kerzenständer stellen und ggf. neu anzünden) Aber wie sind wir denn Licht? Wie können wir Licht in der Welt sein?
Jesus sagte selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, irrt nicht Mehr in der Finsternis umher. Vielmehr wird er das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Wenn wir also Jesus folgen – wir können auch sagen: wenn wir versuchen in seinen Fußstapfen zu laufen –, dann können wir Licht sein. Indem wir unseren Glauben leben, können wir Licht sein. Indem wir versuchen andere Menschen durch die Liebe Gottes zu sehen, können wir Licht sein. Indem wir von unserem Glauben erzählen und Hoffnung verteilen, können wir Licht sein. Indem wir Menschen mit einem Lächeln den Tag versüßen, können wir Licht sein.
Die Kerze schafft es nicht den ganzen Raum so zu erhellen, dass wir wieder alles sehen können. Aber trotzdem strahlt das Licht bis in die letzte Ecke des Raumes. WIR sind das Licht der Welt. Jeder von uns ist wie eine kleine Kerze. Wenn jeder von uns eine Kerze anzünden würde, würde der Raum noch viel heller strahlen. Aber selbst diese kleine Kerze hat große Auswirkungen und strahlt weit. So ermutige ich uns, so ermutige ich dich: Lass dein Licht leuchten! Lasst uns unseren Glauben sichtbar leben und versteck dich nicht. Strahle Gottes Liebe und Hoffnung in die Welt, denn unser Licht kann die Welt zum Strahlen bringen!
Mögliche Aktion: Die Teilnehmenden haben nun die Möglichkeit symbolisch ein Teelicht anzuzünden und so den Raum mit ihrem Licht zu erhellen.
Alicia Meinel
