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In der Stille Gott finden

Manchmal läuft unser Inneres wie ein Motor, der nicht mehr abschaltet. Gedanken rasen, Erwartungen drücken, Sorgen drehen sich im Kreis. Wir wünschen uns Nähe zu Gott – aber die innere Lautstärke übertönt oft seine leise Gegenwart. „Seid still und erkennet, dass ich Gott bin“, heißt es im Psalm 46 (Vers 11) und lädt uns ein, nicht mehr zu leisten oder zu beweisen, sondern still zu werden. Nicht als Flucht, sondern als bewusster Schritt: Ich lasse für einen Moment alles stehen, damit mein Herz wieder hören kann.

Stille bedeutet nicht, dass alles geklärt sein muss, dass die Sorgen nicht mehr da sind. Stille bedeutet, Gott zuzutrauen, dass er in meinem Chaos präsent sein kann. Wenn ich vor ihm still werde, darf ich entdecken: Ich muss nicht alles selbst im Griff haben. Er hält mich. Ich muss auch nicht
alles sofort verstehen. Er ist da, bevor ich überhaupt Worte finde. Aus dieser Stille wächst etwas Neues – Vertrauen, Mut, Klarheit. Nicht durch Druck, sondern durch Gottes Nähe.

Vielleicht ist heute ein Tag, an dem du Gott nicht laut anrufst, sondern ihm leise einen Raum gibst. Ein paar Minuten, in denen du sagst: „Gott, ich bin hier. Sprich du.“ Und dann hörst du, wartest, atmest – und lässt zu, dass Gott dich berührt, selbst wenn du nichts Besonderes fühlst. Beziehung zu Gott beginnt oft nicht mit großen Momenten, sondern mit
kleinen, treuen Schritten der Hinwendung. Stille ist einer davon.

Ich lade Euch ein, das auszuprobieren. Wir werden jetzt einen Moment still. Du kannst vor Gott ruhig werden – ohne an irgendetwas denken zu müssen.
Nach ca. 1-2 Minuten kannst du mit einem kurzen Gebet die Stille beenden: „Danke Gott, dass du da bist. Amen“

Vielleicht ist das einigen von uns schwergefallen. Oft spüren wir erst in der Stille, wie schwer es ist, wirklich zur Ruhe zu kommen. Zweifel melden sich: „Bringt das überhaupt etwas? Hört Gott mich?“ Doch diese Gedanken dürfen vor Gott sein. Er hält deine Unruhe aus und nimmt dich ernst. Gerade darin kann echte Nähe zu Gott wachsen. Wo könntest du in deinem Alltag einen kleinen Raum der Stille schaffen, damit Gott mit dir sprechen kann?

Segen
Möge Gott dich segnen und dir Räume schaffen, in denen dein Herz atmen kann – wo du einfach sein kannst. Möge Gott zu dir sprechen, wenn du keine Worte findest und dir Ruhe spenden, wenn dein Inneres nicht ruhen mag.
Amen.

Leonie A. Werner

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