Friedensrezept
Kürzlich wurde ich von einem lieben Freund fürstlich bekocht. Indische Gewürze lagen in der Luft und ebenso der Duft von Reis und Curry. Mir läuft noch jetzt das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an diese Mahlzeit denke. Ein bekanntes Sprichwort lehrt: „Liebe geht durch den Magen!“ Wenn man so
liebevoll bekocht wird und es dann auch noch so gut schmeckt, das ist schon eine echte Liebestat. Und dazu ein gutes Getränk und Gespräche, die Herz und Seele berühren. Welch wunderbarer
Abend mit dem besten Freund. Dabei war der Anlass, dass wir einen kleinen Streit besprechen wollten. Im Grunde eine Nichtigkeit – und doch hat die gemeinsame Mahlzeit sehr geholfen, dass wir uns gut begegnen und alles klären konnten.
Gemeinsam zu essen kann manchmal eine Art Grundrezept für den Frieden sein. Wenn ich an die vielen Konflikte in der Welt denke, wünschte ich mir oft, alle streitenden Parteien könnten sich bei einer liebevollen Mahlzeit begegnen und sich austauschen. Wer den Mund gerade voller Köstlichkeiten hat, muss zwangsläufig zuhören, und wer nicht weiß, wie er oder sie das Gespräch beginnen soll, kann immer erstmal fragen: „Schmeckt es dir denn?“, „Hast du schon dieses oder jenes probiert?“ oder „Nimm dir doch noch von dem, was dir besonders gut schmeckt.“ Wäre es nicht wundervoll, es gäbe ein schlichtes Rezept für den Frieden? Eine Prise Zuhören. Einen Liter Hoffnung. Zwei Esslöffel Verständnis für die andere Seite und eine Messerspitze Wahrheit? Der Römerbrief schenkt uns ein Rezept, das noch viel schlichter daherkommt. „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Römer 12,21) Wie sieht es aus? Küche. Du. Ich. Wir. Jetzt?
Mögliche Aktion: Ihr kocht mit der Gruppe und esst gemeinsam.
Klaas Grensemann
