Was ist eigentlich christlich?
Diese Frage ging mir in letzter Zeit öfter durch den Kopf, nachdem ich von einem Politiker den Satz gehört hatte: „Die Christen sollten sich wieder auf das Christliche konzentrieren.“ Beim Lesen der „kleinen“ Paulusbriefe – Epheser, Philipper und Kolosser – in den letzten Monaten (übrigens sehr empfehlenswert, die drei Briefe direkt nacheinander zu lesen!) bin ich immer wieder über ein Thema gestolpert:
Führt euer Leben so, dass es ganz von der Liebe bestimmt ist. (Epheser 5,2)
Eure Liebe soll immer noch größer werden. (Philipper. 1,9)
Vor allem aber kleidet euch mit der Liebe. (Kolosser 3,14)
Neugierig geworden forschte ich weiter bei Paulus:
Es zählt nur der Glaube, der sich in Liebe auswirkt. Dient euch gegenseitig in Liebe. (Galater 5,6.13)
Das Ziel der richtigen Lehre ist Liebe. (1.Timotheus 1,5)
Dann bleibt nur dieses eine Gebet: „Jesus, färbe du mit deiner Liebe auf mich ab. Mach mich dir ähnlicher, damit ich lebe und handle wie du – voll von deiner Liebe.“ Ich könnte wahrscheinlich ewig weitersuchen und noch mehr passende Verse finden. Aber mal ehrlich: Lieben – was
für ein geniales Lebensmotto! Und gleichzeitig: was für eine riesige Herausforderung im Alltag! Wenn man genervt ist von Mitschülerinnen, Kolleginnen oder der eigenen Familie; wenn der Geduldsfaden reißt und man es wieder nicht schafft, erst mal tief durchzuatmen, bevor man reagiert – und dann natürlich falsch reagiert; wenn einfach alles schiefläuft.
Dann bleibt nur eins zu beten: „Jesus, lass deine Liebe auf mich abfärben. Hilf mir, mehr so zu werden wie du – voll von deiner Liebe.“
Kirsten Gennat
