Wer ist der*die Größt*e?
„Vorweg eine Aktion: Alle stellen sich der Größe nach auf. Wer ist der oder die Größte?
Wer schießt die meisten Tore? Beim Fußball messen sich die Teams. Und auch sonst messen wir uns gern. Wer hat die meisten Follower*innen auf Social Media? Wer hat die besten Schul-Noten? Wer macht den tollsten Urlaub? Schon als Kind fangen wir an, uns zu messen: Wie groß bin ich? Jeder neu gewachsene Zentimeter wird gefeiert! Auch wenn wir erwachsen sind, hört es nicht auf damit, dass wir uns gern messen. Wer ist der oder die Größte? Wer hat am meisten? Wer kann am meisten? Einige fühlen sich dann groß und sind stolz darauf. Andere fühlen sich klein und werden traurig. Und manche streiten und kämpfen weiter darum größer, beliebter oder wichtiger zu sein.
Im Neuen Testament wird beschrieben, wie die Jünger Jesu sich einmal darum gestritten haben, wer der Größte von ihnen ist. Jesus ertappte sie und sagte: „Mit welchem Maß ihr messt, wird
man euch messen.“ (Markus 4,24) Auch wir Christen und Christin damals die Jünger Jesu. Dabei geht es nicht um die Körpergröße. Woran können Jünger und Jüngerinnen sich heute messen? Woran können wir Christen und Christinnen uns messen?
Hier könnten Antworten der Gruppe eingeworfen werden.
(mündlich oder schriftlich)
Wer ist der oder die Größte? Ist es der, der am Meisten in der Bibel liest und betet? Ist es die, die scheinbar ein tadelloses Leben führt – kein Fleisch isst, kein Auto fährt und sich für Menschenrechte engagiert? Ist es derjenige, der jeden Sonntag in die Kirche geht? Ist es diejenige, die sich hilfsbereit für andere einsetzt? Ist es die mit dem wichtigsten Amt im Vorstand? Oder
ist es der, der am meisten anderen von seinem Reichtum abgibt? Oder… Ich merke, wenn wir so einander zu messen beginnen, sind wir auf dem falschen Weg. Wir beginnen zu streiten und verurteilen einander. Darum schritt Jesus damals ein. Er verurteilt dieses Messen um die Größe.
Wenn wir anfangen andere zu messen, müssen wir uns genauso messen lassen. Und da bleibt bei Gott dann nichts Verborgen. Dann würden wir alle in irgendeiner Weise scheitern. Jesus zeigte uns einen anderen Weg: Statt einander zu messen, sollen wir einander dienen und füreinander da sein. Jesus selbst, der der Größte ist, hat es uns genauso vorgelebt.
Ulrich Schön
