Wer ist mein*e Nächste*r
Jesus wurde einmal gefragt, wer denn unsere Nächste*r ist. Daraufhin erzählte Jesus ein Gleichnis. Dieses Gleichnis möchte ich heute einmal anders mit euch erleben und hören.
Steht dazu bitte alle einmal auf.
Jesus erwiderte: „Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn bis aufs Hemd aus und schlugen ihn zusammen. Dann machten
sie sich davon und ließen ihn halb tot liegen.“ (Lukas 10,30)
Die Teilnehmenden werden angewiesen: Geht einfach langsam im Raum umher.
„Stellt euch vor, ihr seid dieser Mann, der überfallen, gedemütigt und zurückgelassen wird. Wie fühlt ihr euch? Was denkt ihr euch?“
Die Teilnehmenden können dann, während sie weiter umhergehen, in kurzen Sätzen laut nacheinander antworten. Die Antworten dürfen nicht kommentiert werden.
Die Erzählung geht weiter: „Nun kam zufällig ein Priester denselben Weg herab. Er sah den Verwundeten und ging vorbei. Genauso machte es ein Levit, als er zu der Stelle kam: Er sah den Verwundeten und ging vorbei.“ (Lukas 10,31-32)
Jetzt sollen alle Teilnehmenden stehen bleiben. Wenn alle stehen, sprichst du weiter.
„Du bist der Priester oder der Levit und siehst den Mann, aber du hilfst ihm nicht. Was geht in deinem Kopf vor, als du dran vorbei gehst? Hattest du einen Grund nicht zu helfen?“
Dann sollen die Teilnehmenden weiter umhergehen.
„Aber dann kam ein Samariter dorthin, der auf der Reise war. Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er ging zu ihm hin, behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband
sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in ein Gasthaus und pflegte ihn. Am nächsten Tag holte er zwei Silberstücke hervor, gab sie dem Wirt und sagte: ›Pflege den Verwundeten! Wenn es mehr kostet, werde ich es dir geben, wenn ich wiederkomme.‹“ (Lukas 10,33-35)
Die Teilnehmenden sollen noch einmal stehenbleiben.
„Du bist jetzt der Samariter. Warum hast du dich entschieden dem Mann zu helfen?“
Dann sollen die Teilnehmenden noch einmal umhergehen. „Wir verlassen jetzt alle Rollen und richten den Blick auf uns.“
Schließlich bittest du alle darum sich an ihren Platz zu setzen.
Ihr könnt noch einmal überlegen, wie es euch in den Rollen ging. Wo habt ihr Euch wohl gefühlt? Wo nicht so? Wer hat im Gleichnis in Nächstenliebe gehandelt? Was bedeutet das heute für dich? Wer ist deine Nächste? – Nach einem Moment der Stille, kann, wer will, noch etwas sagen.
Jakob Vollprecht
